Welches Budget braucht man, um in der Schweiz im Ruhestand zu leben?

Von Hippolyte Surer, Gründer von RetirePlan · Aktualisiert im Juni 2026

Wie viel braucht man pro Monat, um im Ruhestand komfortabel zu leben? Die oft genannte Regel lautet, rund 80 % Ihres letzten Einkommens anzustreben, doch der richtige Wert hängt von Ihrer Wohnsituation, Ihren Fixkosten und Ihrem Lebensstil ab. Dieser Leitfaden beschreibt die Ausgabenposten eines Budgets im Ruhestand in der Schweiz und erklärt, wie Sie Ihr eigenes schätzen.

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Die 80-%-Regel und ihre Grenzen

Oft wird geschätzt, dass man rund 80 % des letzten Einkommens braucht, um seinen Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Die Idee: Gewisse Ausgaben sinken (Sozialabgaben, Sparen, arbeitsbedingte Kosten), während andere stabil bleiben oder steigen.

Diese Regel ist nur ein Ausgangspunkt. Wer seine Hypothek abbezahlt hat, braucht deutlich weniger, während ein Paar, das viel reist oder eine hohe Miete zahlt, eher 90 bis 100 % anstrebt.

Die grossen Ausgabenposten

Wohnen: Miete oder Eigentumskosten (Hypothekarzinsen, Unterhalt, Nebenkosten bei Stockwerkeigentum). Es ist fast immer der schwerste Posten.

Krankenversicherung: Die Prämien sinken im Ruhestand nicht und steigen jedes Jahr. Rechnen Sie auch die Franchise und die nicht rückerstatteten Kosten ein.

Lebenshaltung: Ernährung, Verkehr, Telekommunikation, Versicherungen, Freizeit und Ferien. Dieser Posten spiegelt direkt Ihren Lebensstil wider.

Steuern: Auch im Ruhestand sind AHV- und BVG-Renten sowie Kapitalbezüge steuerbar. Nicht im Budget zu vergessen.

Ein Beispiel für ein Monatsbudget

Für ein pensioniertes Paar mit Wohneigentum in der Westschweiz kann ein laufendes Budget so aussehen: Wohnen CHF 1'500, Krankenversicherung CHF 700, Ernährung CHF 900, Verkehr CHF 400, Freizeit und Ferien CHF 800, Steuern CHF 800, Diverses CHF 400, also rund CHF 5'500 pro Monat.

Diese Zahlen variieren stark je nach Kanton, Eigentums- oder Mietstatus und Gewohnheiten. Die nützliche Übung besteht darin, von Ihren heutigen Ausgaben auszugehen und dann zu streichen, was wegfällt, und hinzuzufügen, was neu entsteht.

Das Budget mit den Renteneinkünften vergleichen

Sobald Ihr Budget geschätzt ist, vergleichen Sie es mit Ihren erwarteten Einkünften: AHV-Rente, Rente oder Kapital der 2. Säule, 3. Säule und weitere Guthaben. Die allfällige Differenz ist Ihre Vorsorgelücke.

Decken Ihre garantierten Einkünfte Ihre unverzichtbaren Ausgaben nicht, müssen Sie entweder mehr Kapital aufbauen, den Lebensstil anpassen oder einen schrittweisen Bezug Ihres Kapitals in Betracht ziehen.

Die Entwicklung der Ausgaben vorausdenken

Ein Budget im Ruhestand ist nicht starr. Die ersten Jahre sind oft die aktivsten (Reisen, Projekte), dann sinken die Freizeitausgaben, während Gesundheits- und Pflegekosten mit dem Alter steigen können.

Die Inflation zu berücksichtigen ist entscheidend: Bei 2 % pro Jahr verdoppeln sich die Lebenshaltungskosten in rund 35 Jahren. Ein heute komfortables Budget muss es auch in zwanzig oder dreissig Jahren bleiben.

Häufige Fragen

Welches Budget braucht man, um in der Schweiz im Ruhestand zu leben?

Das hängt vor allem von der Wohnsituation und vom Lebensstil ab. Ein Paar mit Wohneigentum kann mit rund CHF 5'000 bis 6'000 pro Monat leben, doch ein Mieter in der Stadt oder ein viel reisender Rentner braucht mehr.

Ist die 80-%-Regel des letzten Einkommens zuverlässig?

Sie ist ein nützlicher Richtwert, keine Gewissheit. Sie unterstellt, dass gewisse Ausgaben im Ruhestand sinken. Der richtige Wert ergibt sich aus Ihrem realen Budget, nicht aus einem theoretischen Prozentsatz.

Zahlt man im Ruhestand noch Steuern?

Ja. AHV- und BVG-Renten werden als Einkommen besteuert, und Kapitalbezüge unterliegen einer reduzierten einmaligen Steuer. Die Steuer bleibt also ein Posten, der ins Budget gehört.

Wie weiss ich, ob meine Einkünfte mein Budget decken?

Addieren Sie Ihre erwarteten Renteneinkünfte (AHV, 2. und 3. Säule) und vergleichen Sie sie mit Ihrem Budget. RetirePlan berechnet diesen Vergleich und beziffert Ihre allfällige Vorsorgelücke.

Mehr dazu

Quellen : Bundesamt für Statistik (BFS, Haushaltsbudgeterhebung), AHV / IV, Vorsorgeempfehlungen.

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