Kapitalbezüge staffeln, um die Steuer zu senken
Von Hippolyte Surer, Gründer von RetirePlan · Aktualisiert im Juni 2026
Der Bezug von Vorsorgekapital (2. und 3. Säule) wird getrennt vom Einkommen besteuert, zu einem reduzierten, aber progressiven Satz. Verteilt man die Bezüge auf mehrere Steuerjahre, vermeidet man ein Ansteigen dieses Satzes und senkt die Gesamtsteuer. Dieser Leitfaden erklärt das Prinzip der Staffelung und wie Sie sie konkret organisieren.
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Warum der Zeitpunkt des Bezugs zählt
Das Vorsorgekapital wird einmalig, getrennt von den übrigen Einkünften, zu einem reduzierten Satz besteuert. Dieser Satz ist jedoch progressiv: Je höher der in einem Jahr bezogene Betrag, desto höher der angewendete Steuersatz.
Folge: Ein grosses Kapital auf einmal zu beziehen kostet anteilig mehr, als denselben Betrag über mehrere Jahre zu verteilen. Genau hier setzt die Staffelung an.
Das Prinzip der Staffelung
Staffeln bedeutet, die Kapitalbezüge auf mehrere getrennte Steuerjahre zu verteilen, damit jeder Bezug zu einem tieferen Satz besteuert wird. Insgesamt kann die Steuerersparnis beträchtlich sein.
Achtung: In den meisten Kantonen werden Bezüge derselben Vorsorgeart im selben Jahr für die Berechnung des Satzes zusammengezählt. Die Verteilung muss also über verschiedene Kalenderjahre erfolgen.
Mehrere 3a-Konten: ein zentraler Hebel
Mehrere Säule-3a-Konten statt nur eines zu führen erlaubt es, sie in verschiedenen Jahren zu schliessen und so die Bezüge natürlich zu staffeln. Das ist eine der einfachsten und wirksamsten Optimierungen.
In der Praxis ist es oft empfehlenswert, im Lauf der Karriere mehrere 3a-Konten zu eröffnen, um beim Bezug über diese Flexibilität zu verfügen.
2. Säule, 3. Säule und Ehepartner koordinieren
Auch der Bezug des BVG-Kapitals lässt sich planen, manchmal über zwei Jahre rund um die Pensionierung. Koordiniert man die 2. Säule, die 3a-Konten und bei einem Paar die Bezüge jedes Partners, vervielfacht man die Stufen mit reduziertem Satz.
Der Termin jedes Bezugs, das Pensionierungsalter und der Wohnsitzkanton zum Zeitpunkt des Bezugs sind allesamt Parameter, die gemeinsam abzuwägen sind.
Mehrere Jahre im Voraus planen
Die Staffelung will vorbereitet sein: die Konten früh genug eröffnen, die Schliessungsdaten planen und die kantonalen Regeln prüfen sind Schritte, die mehrere Jahre vor der Pensionierung anzugehen sind.
RetirePlan simuliert verschiedene Bezugsplanungen und beziffert die Steuer jedes Szenarios, um die Abfolge zu finden, die Ihre Steuerrechnung am stärksten senkt.
Häufige Fragen
- Warum sollte man seine Kapitalbezüge staffeln?
Weil die Steuer auf das Vorsorgekapital progressiv ist: Die Bezüge auf mehrere Steuerjahre zu verteilen senkt den auf jeden Bezug angewendeten Satz und reduziert die Gesamtsteuer.
- Wie staffelt man konkret?
Indem man die Bezüge auf verschiedene Kalenderjahre verteilt. Mehrere 3a-Konten zu führen und in verschiedenen Jahren zu schliessen sowie den Bezug der 2. Säule zu planen sind die wichtigsten Hebel.
- Werden Bezüge desselben Jahres zusammengezählt?
In den meisten Kantonen ja: Im selben Jahr getätigte Bezüge von Vorsorgekapital werden zur Bestimmung des Satzes kumuliert. Daher lohnt es sich, über mehrere Kalenderjahre zu verteilen.
- Wann sollte man mit der Planung beginnen?
Mehrere Jahre im Voraus. Früh genug mehrere 3a-Konten zu eröffnen und den Zeitplan der Bezüge zu planen erlaubt es, die Staffelung im richtigen Moment voll zu nutzen.
Mehr dazu
Quellen : Kantonale Steuergesetze, Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), BVV3, getrennte Besteuerung des Vorsorgekapitals.
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